Der Shetland Sheepdog (Sheltie)
Im Zuge der Rassehundezucht wurde im ausgehenden 19. Jahrhundert auch der Shetland Sheepdog entdeckt. Auf den Shetland Inseln sind alle Tiere klein, die Ponys, die Schafe, die Rinder. So brauchte man auch nur einen kleineren Collie, um beim Hüten und Treiben zu helfen. Da es den Einwohnern in erster Linie auf die Nützlichkeit ankam, war das Aussehen unwichtig. Mit zunehmender Schafzucht wurden vom Festland Collies eingeführt, und so entwickelte sich auf den Inseln im Laufe der Zeit ein hübscher Kleinhund, der von den Matrosen gerne als Mitbringsel mit nach Hause genommen wurde. Shelties haben sich im Laufe der Jahre im Aussehen sehr verändert. Aus dem kleinen Mischling ist ein ansprechender, auf Schönheit gezüchteter Rassehund mit reichem Haarkleid geworden, der aber nichts von seiner Intelligenz und seinem Charme verloren hat. Bemerkenswert ist die hohe Lebenserwartung des Shelties; nicht selten wird er 16 oder gar 17 Jahre alt. Der Sheltie ist ein kleiner Tausendsassa. Er ist besonders lebhaft und aktiv, er steht bei großen internationalen Agility Wettbewerben oft auf den Spitzenplätzen, und wo es was zu hüten gibt, ist er immer dabei! Shelties sind sehr menschbezogen und sensibel. Sie empfinden jede Gefühlsregung ihrer Menschen und reagieren entsprechend. Sie beobachten hervorragend, und manchmal glaubt man, sie könnten hellsehen. Shelties lieben den engen Kontakt zu ihrer Familie, obwohl sie sich sehr gerne im Freien aufhalten. Shelties lernen sehr schnell und ohne große Erziehungsmaßnahmen. Sie sind von Natur aus eher unterordnungsbereit. Grobe Behandlung, mangelnde Zuneigung und Erziehungsdrill zerstören jedoch schnell die Bindung zum Herrn und machen den Sheltie nervös, stur und sogar krank. Mit Kindern aufgewachsen gibt es in der Familie keine Probleme, da das Bestreben nach Rudelführung und damit die Kinder in ihre Schranken zu weisen, nicht sehr stark ausgeprägt ist. Es wird zum Teil stark nach eigenen und fremden Kindern unterschieden. Gehören keine Kinder zur Familie, sind manche Hunde eher zurückhaltend und meiden insbesondere tobende, kreischende Kinder. Ihrem Naturell entsprechend sind sie sehr wachsam und melden alles. Einem zu viel kann man durch Erziehung Einhalt gebieten. Shelties brauchen in erster Linie eine enge Beziehung zu ihren Menschen. Im Hause sind sie ruhig, aber sie brauchen und lieben ihren Auslauf und Kontakt mit Artgenossen. Sie passen sich Älteren Menschen ebenso gut an, wie sportlichen Jugendlichen und Familien mit Kinder. Das lange Haar ist denkbar pflegeleicht und wird durch regelmäßiges Bürsten sauber gehalten.
Charakteristika
Wachsam, sanft, intelligent, kräftig und lebhaft.
Wesen
Liebevoll und verständig gegenüber seinem Herrn, reserviert gegenüber Fremden, niemals nervös.
Kopf und Schädel
Kopf edel, von oben oder von der Seite gesehen wie ein langer stumpfer Keil, der sich von den Ohren zur Nase hin verjüngt. Die Breite des Schädels steht im richtigen Verhältnis zur Länge von Schädel und Fang. Das Ganze muss in Anbetracht der Größe des Hundes bewertet werden. Schädel flach, mäßig breit zwischen den Ohren, ohne dass das Hinterhauptbein hervorragt. Wangen flach, glatt in den gut gerundeten Fang übergehend. Schädel und Fang gleich lang, Teilungspunkt ist der innere Augenwinkel. Oberlinie des Schädels verläuft parallel zur Oberlinie des Fangs, mit leichtem, aber deutlich erkennbarem Stop. Nase, Lefzen und Lidränder schwarz. Der charakteristische Ausdruck ergibt sich durch die vollkommene Harmonie in der Verbindung von Schädel und Vorgesicht, durch Form, Farbe und Platzierung der Augen und durch die richtig angesetzten und korrekt getragenen Ohren.
Gebiss
Kiefer ebenmäßig, glatt geschnitten, kräftig, mit gut entwickeltem Unterkiefer. Lippen fest geschlossen. Zähne Zähne gesund mit einem perfekten, regelmäßigen und vollständigen Scherengebiss, wobei die obere Schneidezahnreihe ohne Zwischenraum über die untere greift und die Zähne senkrecht im Kiefer stehen. Ein vollständiger Satz von 42 richtig platzierten Zähnen ist höchst wünschenswert.
Augen
Mittelgroß, schräg eingesetzt, mandelförmig. Dunkelbraun, außer bei den Merles, wo ein oder beide Augen blau oder blau gesprenkelt sein dürfen. Ohren Klein und am Ansatz mäßig breit, auf dem Schädel ziemlich eng zusammenstehend. Im Ruhezustand werden sie zurückgelegt getragen, im aufmerksamen Zustand werden sie nach vorne gebracht und halb aufrecht mit nach vorne kippenden Spitzen getragen.
Hals
Muskulös, gut gebogen, von ausreichender Länge um eine stolze Kopfhaltung zu ermöglichen.
Vorhand
Schultern sehr gut zurückliegend. Am Widerrist nur durch die Wirbel getrennt, liegen die Schulterblätter dann schräg nach außen, um der gewünschten Wölbung der Rippen Platz zu bieten. Schultergelenke gut gewinkelt. Oberarm und Schulterblatt ungefähr gleich lang. Abstand vom Boden zu den Ellbogen gleich dem Abstand von Ellbogen zu Widerrist. Vorderläufe von vom gesehen gerade, muskulös und ebenmäßig geformt, mit kräftigen Knochen. Vordermittelfuß kräftig und geschmeidig.
Körper
Geringfügig länger vom Schultergelenk bis zu den Sitzbeinhöckern als die Widerristhöhe. Brust tief, bis zu den Ellbogen herabreichend. Rippen gut gewölbt, in der unteren Hälfte schmal zusammenlaufend, um den Vorderbeinen und den Schultern eine freie Bewegung zu ermöglichen. Rücken gerade, mit einer anmutigen Rundung über der Lendenpartie, Kruppe allmählich nach hinten abfallend.
Hinterhand
Schenkel breit und muskulös, Schenkelknochen im rechten Winkel im Becken eingesetzt. Kniegelenk mit deutlicher Winkelung, Sprunggelenke gut geformt und gewinkelt, tiefstehend, mit kräftigen Knochen. Hintermittelfuß von hinten gesehen gerade.
Pfoten
Oval, mit gut gepolsterten Sohlen, Zehen gewölbt und geschlossen.
Rute
Tief angesetzt. Die zur Spitze hin dünner werdenden Wirbelknochen reichen bis zu den Sprunggelenken, reichlich mit Haar bedeckt und mit einem leichten Aufwärtsschwung. Sie darf in der Bewegung erhoben werden, aber niemals über die Rückenlinie hinaus. Auf keinen Fall geknickt.
Gangwerk / Bewegung
Geschmeidig, fließend und anmutig, mit Schub aus der Hinterhand, dabei größtmögliche Distanz bei geringster Anstrengung zurücklegend. Passgang, kreuzende oder wiegende Gangart oder steife, stelzende Auf- und Abwärtsbewegung sind höchst unerwünscht.
Haarkleid
Doppelt, das äußere Deckhaar besteht aus langem, hartem und geradem Haar. Unterwolle weich, kurz und dicht. Mähne und Halskrause sehr üppig. Vorderläufe gut befedert. Hinterläufe oberhalb der Sprunggelenke stark, unterhalb ziemlich kurz/glatt behaart. Das Gesicht kurz-/glatthaarig. Kurzhaarige Exemplare sind höchst unerwünscht.
Farben
dark-sable

blue-merle

tricolor

schwarz-weiss

Größe
Ideale Widerristhöhe - Rüden 37 cm / Hündinnen 35,5 cm. Eine Abweichung um mehr als 2,5 cm über oder unter diese Maße ist höchst unerwünscht.
